HYROX Sled Push: Technik, Pausen, Training und alles, was du wissen musst

·14 Min. Lesezeit·Marcel
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Der Sled Push ist die Station, die HYROX-Athleten am meisten polarisiert. Manche lieben ihn, die meisten fürchten ihn – und fast alle unterschätzen, wie sehr er den Rest des Rennens beeinflusst. Als zweite Station im Race kommst du noch relativ frisch an den Schlitten, aber was du hier machst, entscheidet darüber, wie deine Beine in Runde 3 bis 8 funktionieren.

In diesem Artikel gehe ich in die Tiefe: Griffpositionen, Körperhaltung, Schrittfrequenz, Pausenstrategie, der neue HYROX-Turf, Benchmark-Zeiten und das Training. Keine oberflächlichen Tipps, sondern alles, was du brauchst, um den Sled Push von einer Schwäche in eine Stärke zu verwandeln.

Die Basics: Distanz, Gewicht, Setup, Regeln

Der Sled Push deckt insgesamt 50 Meter ab, aufgeteilt in 4 Bahnen à 12,5 Meter. Du schiebst den Schlitten eine Bahn lang, gehst um ihn herum und schiebst ihn zurück. Das wiederholst du, bis die 50 Meter voll sind.

Die Gewichte variieren je nach Division – inklusive dem Schlittengewicht von 50 kg:

Men Open: 152 kg · Men Pro: 202 kg · Women Open: 102 kg · Women Pro: 152 kg · Doubles Men: 152 kg · Doubles Women: 102 kg · Mixed Doubles: 152 kg

Wichtig: Diese Gewichte beinhalten den Schlitten (und die Stangen) selbst. Wenn du im Gym trainierst, wiege deinen Schlitten und rechne entsprechend. Viele Gym-Schlitten wiegen deutlich weniger als die 50 kg des Centr Competition Power Sled, den HYROX verwendet.

Viel zu beachten gibt es beim Sled Push nicht - es ist wichtig, dass du den Schlitten über die erste weiße Linie deiner Bahn schiebst, also auch die Kufen komplett drüber sind. Schieb aber nicht zu weit, sonst wird der Weg fürs Zurückschieben wieder länger. Weiterhin solltest du im Double darauf achten, dass ihr beide in eurer Lane bleibt. Du möchtest den Schlitten nicht in die Hacken geschoben bekommen! Auch fürs Double gilt, dass du erst das Schieben beginnen darfst, wenn dein Partner hinter dir ist.

Der neue Turf: Was sich geändert hat

Bevor wir über Technik sprechen, müssen wir über den Untergrund reden – denn er hat sich grundlegend verändert.

HYROX hat zur Saison 2025/26 in Zusammenarbeit mit Centr einen neuen, standardisierten Turf eingeführt: den HYROX Perform Turf. Das Ziel war ambitioniert: den Untergrund weltweit zu vereinheitlichen, damit der Sled Push in Hamburg genauso schwer ist wie in Chicago oder Dallas. Denn die Inkonsistenz der alten Teppiche war ein Dauerthema in der Community.

Die Realität beim Debüt? Kontrovers. Bei der Weltmeisterschaft 2025 in Chicago kam es zu erheblichen Problemen. Athleten berichteten, dass sich die Schlitten in manchen Bahnen kaum bewegen ließen. Der Turf wölbte sich teilweise, was zusätzlichen Widerstand erzeugte. HYROX-Mitgründer Moritz Fürste übernahm in einem offiziellen Statement die Verantwortung und stellte klar, dass das Problem nicht der Turf selbst war, sondern abgenutzte Schlitten, die zu spät ausgetauscht wurden.

Rox Lyfe hat die Sled-Push-Zeiten über mehrere Seasons hinweg analysiert und interessante Muster gefunden: Zu Beginn einer Saison, wenn Schlitten und Teppich/Turf neu sind, waren die Zeiten deutlich schneller. Im Verlauf der Saison wurden die Zeiten langsamer – ein Hinweis darauf, dass die Abnutzung von Schlitten und Untergrund einen erheblichen Einfluss hat. Die Unterschiede waren nicht marginal: Zwischen der schnellsten und langsamsten Station einer Saison lagen teilweise Minuten Differenz bei den Topzeiten. Außerdem gab es historisch Unterschiede zwischen europäischen und amerikanischen Events, was zum Teil auf unterschiedliche Stangendesigns zurückgeführt wurde.

Was das für dich bedeutet

Du solltest deinen Sled Push nicht auf eine bestimmte Zielzeit trainieren, sondern auf ein bestimmtes Anstrengungsniveau. Deine Zielzeit von 2:30 kann an einem Event realistisch sein und am nächsten Event unerreichbar, weil der Turf sich anders anfühlt. Stattdessen: Trainiere mit dem Ziel, den Schlitten kontrolliert zu schieben, dein Pacing zu halten und danach noch laufen zu können. Die absolute Zeit ist weniger wichtig als die relative Belastung.

Wenn du Zugang zu einem HYROX Training Club hast, der den neuen Centr-Turf hat, nutze ihn. Das ist die beste Vorbereitung, weil du das exakte Material unter den Füßen hast, das dich am Race Day erwartet. Ansonsten gilt die alte Regel: Trainiere mit 20–25 % mehr Gewicht als das Wettkampfgewicht, um die höhere Reibung des HYROX-Untergrunds zu simulieren.

Griffposition und Körperhaltung

Die Technik beim Sled Push ist der größte Hebel für deine Effizienz. Es gibt drei gängige Griffpositionen, und die Wahl hat direkten Einfluss darauf, wie viel Kraft du aufwenden musst und wie schnell du ermüdest.

Technik A: Oben greifen, Arme gestreckt

Du greifst die Stangen oben oder in der Mitte und hältst die Arme durchgestreckt.

Das ist die Technik, mit der die meisten Anfänger starten, weil sie intuitiv ist. Der Vorteil: Du siehst, wohin du schiebst, und die Technik ist schnell erlernbar. Der Nachteil: Dein Schwerpunkt ist hoch und weit vom Schlitten entfernt. Das bedeutet weniger horizontale Kraft und mehr Belastung auf den Schultern. Die gestreckten Arme ermüden über 4 Bahnen spürbar. Außerdem kann es, je nachdem wie hoch dein Schwerpunkt wirklich ist, dazu kommen, dass du die vorderen Kufen in den Boden drückst - dadurch können auf einem nicht festen Teppich am ehesten Wellen entstehen.

Diese Technik kann für leichtere Divisionen (Open Women, 102 kg) funktionieren, ist aber für schwerere Gewichte ineffizient.

Technik B: Dicht dran, Hände mittlere Höhe

Du rückst deutlich näher an den Schlitten. Deine Arme sind nicht ausgestreckt aber deine Hände greifen weiterhin in der Mitte. Der Körperwinkel ist relativ aufrecht (~70°).

Der Vorteil: Weniger Schulter-/Armbelastung. Nachteil: hier entsteht sehr schnell die Gefahr, dass du den Schlitten auf deiner Seite hoch drückst und damit die vorderen Kufen in den Teppich senkst, was den Schlitten ebenfalls sehr viel schwerer macht.

Technik C: Dicht dran, Kopf über oder neben der Gewichtsaufnahme

Die Technik, die du bei 90 % der Elite-15-Athleten siehst. Du bist sehr dicht am Schlitten. Die Unterarme liegen an beiden Stangen an, die Schultern sind fast auf Höhe der oberen Stangenabschnitte. Dein Kopf ist zwischen oder direkt über der Gewichtsaufnahme, der Blick geht nach unten. Der Körperwinkel ist extrem flach (~30° oder sogar weniger).

Der Vorteil: Das ist die effizienteste Position. Dein gesamtes Körpergewicht drückt auf den Schlitten und hilft dir, ihn zu bewegen. Du musst weniger aktiv pushen, weil die Schwerkraft für dich arbeitet. Fortgeschrittene Athleten können in dieser Position sogar aktiv an den Stangen ziehen, um ihre Seite des Schlittens leicht anzuheben und so den Reibungswiderstand zu reduzieren. Der Nachteil: Die Technik erfordert Übung und gute Körperspannung. Wenn du den Core nicht aktivierst, kollabiert die Position und du verlierst Kraft. Außerdem ist es hier ebenfalls wichtig, darauf zu achten, den Schlitten auf deiner Seite nicht wie eine Schubkarre anzuheben. Du verlierst hier sonst massiv an Energie und durch den neuen Turf wird es dann sehr schwer.

Der entscheidende Grundsatz

Aktuell gilt in der HYROX-Community ein klarer Konsens: Je tiefer der Körperschwerpunkt, desto besser. Das ist physikalisch logisch – ein tieferer Schwerpunkt erzeugt mehr horizontale Kraft und weniger vertikalen Druck auf den Untergrund (der nur Reibung erzeugt). Wenn du also zwischen den Techniken wählst, tendiere immer zur tieferen Variante, solange du sie sauber ausführen kannst.

Mein Rat: Probiere alle drei Techniken im Training aus, idealerweise bei einem HYROX Training Club auf dem echten Equipment. Die meisten Athleten landen bei Technik C. In vielen Fällen würde ich sagen: Wenn du mit den anderen Techniken aber besser klar kommst, dann bleib dabei. Beim Sled Push würde ich aber wirklich dazu raten Technik C zu erlernen und anzuwenden.

Schrittfrequenz: Kurz und schnell

Ein häufiger Fehler: große, lange Schritte beim Schieben. Das fühlt sich kraftvoll an, ist aber kontraproduktiv. Lange Schritte erzeugen mehr Belastung für die Muskulatur, da das vordere Bein länger der Spannung ausgesetzt ist.

Stattdessen: kurze, schnelle Schritte. Fast wie ein Sprinten auf der Stelle, nur dass du dich dabei vorwärts drückst. Die Schrittlänge sollte deutlich kürzer sein als beim Gehen – eher 30–40 cm als 60–70 cm. Das hält den Schlitten permanent in Bewegung und nutzt das Momentum.

Weiterhin drücken sich die meisten Athleten nur mit dem Vorderfuß ab - das funktioniert auch am besten. Aber die Belastung für die Waden ist so am größten, was zu Problemen führen kann. Ich wechsele zwischendurch mal und trete mit dem ganzen Fuß auf. Das ist zwar langsamer und die Körperhaltung ist dann nicht optimal, aber es kann den vergleichsweise kleinen Wadenmuskel schonen, falls du damit ebenfalls Probleme hast.

Trainiere das bewusst: Schiebe den Schlitten im Training und zähle deine Schritte pro Bahn. Dann versuche, mit mehr Schritten pro Bahn, aber kleineren Schritten, die gleiche Bahn zu schieben. Du wirst merken, dass es sich leichter anfühlt und der Schlitten flüssiger läuft.

Pausenstrategie: Weniger, aber länger

Die Frage, ob und wann du auf einer Bahn pausierst, ist strategisch wichtiger als die meisten Athleten denken. Es gibt zwei Ansätze, und der bessere ist nicht der offensichtliche.

Ansatz 1: Durchschieben

Viele Anfänger, auch ich, bei meinem ersten Race in Hamburg, schieben die Bahnen komplett durch. Es fühlt sich richtig und in dem Moment vielleicht nicht mal schwer an. Dann willst du nach der vierten Bahn loslaufen und deine Beine fühlen sich so schwer, wie noch nie in deinem Leben an. Wenn das Gewicht wirklich leicht für dich ist, du zum Beispiel das Pro-Gewicht gewöhnt bist und im Open startest (oder du schon einige Rennen in den Beinen hast), dann ist jede Bahn durchzuschieben eine valide und natürlich die beste, weil schnellste Option. Für die meisten Starter gilt das aber nicht und selbst bei der Elite wird ab Bahn 3 fast immer pausiert.

Ansatz 2: Viele kurze Pausen

Manche Athleten machen alle paar Meter eine kurze Pause von 3–5 Sekunden. Die Idee: Die Muskulatur wird kurz entlastet und du kannst weitermachen. Das Problem: Du unterbrichst das Momentum des Schlittens. Jedes Mal, wenn der Schlitten steht, musst du das Anfangsmomentum neu aufbauen – und genau dieses Anschieben kostet am meisten Kraft. Außerdem sind 3–5 Sekunden zu kurz, um deinen Herzschlag spürbar zu senken. Du entlastest also nur die Muskulatur minimal, aber nicht dein Herz-Kreislauf-System.

Ansatz 3: Weniger, dafür bewusste Pausen

Der bessere Ansatz für die meisten Athleten: Weniger Pausen, aber wenn du pausierst, dann lang genug, dass sich nicht nur die Muskulatur erholt, sondern auch dein Herzschlag runterkommt. Das sind eher 7–12 Sekunden statt 3–5. In dieser Zeit: Aufstehen, zwei bis drei tiefe Atemzüge, kurz schütteln, dann wieder in Position.

Also gar nicht durchschieben?

Auf den ersten ein bis zwei Bahnen kannst du, wenn du ein gutes Gefühl hast, versuchen, durchzuschieben. Hier ist das Momentum am leichtesten zu halten, weil du noch frisch bist. Ab Bahn 3 ist eine bewusste Pause pro Bahn für die meisten Athleten sinnvoll, auch wenn du das Gefühl hast, durchschieben zu können. Der Grund: Du bezahlst die Übersäuerung von Bahn 3 oder Bahn 4 nicht auf der Bahn, sondern auf dem Run danach.

Meine Erfahrung

Neben dem ersten Race in Hamburg und den Betonbeinen danach, habe ich in meinem dritten Race in Stuttgart auch einen ähnlichen Fehler gemacht. Meine Sled-Push-Zeit war zwar meine zweitbeste Zeit überhaupt, aber ich habe danach nur noch gekämpft und bin beim Laufen in der Roxzone komplett eingebrochen. Ich habe hier zwar jede Bahn kurz pausiert aber es waren wirklich sehr kurze Pausen. Der Run danach war richtig schwer und der Sled Pull danach hat mich dann im Anschluss erstmal zum Gehen gezwungen. Da das Race in Frankfurt nur 6 Wochen später war, hatte ich diese Erfahrung noch sehr gut im Kopf: Beim HYROX in Frankfurt hatte ich meine bisher schlechteste Sled-Push-Zeit – aber insgesamt meine beste Gesamtzeit. Weil ich bewusst langsamer vorgegangen bin und auf dem Run danach null Probleme hatte. Ich war zwar mit 3:19, fast 50 Sekunden langsamer als in Stuttgart aber ich hatte danach noch relativ frische Beine und konnte meine Pace beim Laufen beibehalten. Das ist der Trade-off, den viele Athleten nicht sehen: Eine schnelle Sled-Push-Zeit ist wertlos, wenn du danach Minuten brauchst, um dich zu erholen.

Diese Ratschläge sind übrigens nicht für Athleten, die die Sub 60 anpeilen. Zwar muss auch hier gepaced werden, aber das ist ein ganz anderes Verhältnis, wo lange Pausen einfach nicht drin sind.

Sled Push Pausenstrategie: Viele kurze Pausen vs. wenige bewusste Pausen im Vergleich

Schuhe

Zum Thema Schuhe im HYROX gibt es viele Meinungen - hier kann ich dir nur raten: wenn du einen Schuh hast, mit dem du zufrieden bist, dann bleib bei ihm. Für den Sled Push ist der richtige Schuh und vor allem der Grip sehr relevant. Dabei kommt es nicht nur auf das Profil, sondern auch vor allem auf das Material der Sohle an. Ist das Material der Sohle glatt, dann wird es echt hart - probiere deinen Race Schuh also unbedingt vorher beim Sled Push mit schwerem Gewicht aus. Wenn du ins rutschen kommst und nicht genug Traktion aufbringen kannst, dann denke über einen Wechsel nach.

Der Lauf nach dem Sled Push

Station 2 ist der Sled Push, und direkt danach kommt Run 3. Dieser Übergang ist einer der kritischsten im ganzen Rennen. Deine Beine sind voller Laktat, dein Herzschlag ist oben, und dein Körper schreit nach einer Pause.

Die größte Gefahr: Stehen bleiben. Wenn du nach dem Sled Push in der Roxzone zum Stehen kommst, wird es extrem schwer, wieder ins Laufen zu kommen. Dein Körper interpretiert das Stehenbleiben als Signal zum Erholen und schaltet in den Ruhe-Modus.

Stattdessen: Geh sofort in einen lockeren Trab über. Es muss nicht schnell sein – 7:00/km oder sogar langsamer ist völlig OK. Hauptsache, du bewegst dich. Nach 200–300 Metern normalisiert sich das Gefühl in den Beinen und du kannst das Tempo wieder auf deine Racepace hochziehen. Übe diesen Übergang im Training – ein Kombi-Workout aus Sled Push + sofortigem Lauf ist eine der wertvollsten Einheiten, die du machen kannst.

Benchmark-Zeiten

Hier die Zielzeiten für den Sled Push nach Level. Bedenke: Diese Zeiten sind Richtwerte. Je nach Turf, Schlittenzustand und Venue können deine tatsächlichen Zeiten 30–60 Sekunden darüber oder darunter liegen.

Sled Push Zielzeiten Men: Open (152 kg) und Pro (202 kg) nach Level

Men Open (152 kg)

ELITE (< 1:00 Gesamt): ~1:40 · ~25 Sek pro Bahn. Kaum Pausen, tiefe Position, konstantes Tempo.

ADVANCED (< 1:20 Gesamt): ~2:40 · ~40 Sek pro Bahn. Kontrolliert, kurze Pausen am Wendepunkt.

INTERMEDIATE (< 2:00 Gesamt): ~3:50 · ~58 Sek pro Bahn. Bewusste Pausen auf Bahn 3 und 4.

BEGINNER (> 2:00 Gesamt): ~4:20+ · ~65+ Sek pro Bahn. Mehrere Pausen, aufrechte Position.

Men Pro (202 kg)

ELITE: ~2:10 · Die 50 zusätzlichen Kilo machen einen enormen Unterschied. Selbst Elite-Athleten brauchen hier Pausen.

ADVANCED: ~3:30 · Kontrolliertes Tempo mit bewussten Pausen ab Bahn 2.

INTERMEDIATE: ~5:00+ · Der Pro-Schlitten ist für viele die härteste Erfahrung im gesamten Race.

Sled Push Zielzeiten Women: Open (102 kg) und Pro (152 kg) nach Level

Women Open (102 kg)

ELITE: ~1:30 · Leichterer Schlitten, aber die Technik bleibt entscheidend.

ADVANCED: ~2:40 · Ähnlich wie Men Open Advanced, da das Gewicht relativ zur Körpermasse vergleichbar ist.

INTERMEDIATE: ~3:40 · Gute Technik spart hier besonders viel, weil der leichtere Schlitten mehr auf Technikfehler reagiert.

Women Pro (152 kg)

ELITE: ~2:30 · Das Gewicht entspricht dem Men-Open-Schlitten und wird von vielen Pro-Frauen als härteste Station empfunden.

ADVANCED: ~4:20 · Bewusste Pausen sind hier keine Schwäche, sondern Strategie.

Quelle: HyroxDataLab (700.000+ Race-Ergebnisse), eigene Erhebung

Typische Fehler

Zu aufrecht stehen. Der häufigste Fehler. Dein Körper sollte deutlich nach vorne geneigt sein – wenn du dich aufrecht fühlst, bist du zu hoch. Tiefer Schwerpunkt = mehr horizontale Kraft.

Große Schritte. Verlangsamt den Schlitten und kostet Momentum und mehr Kraft. Kurze, schnelle Schritte halten den Schlitten in Bewegung.

Erste Bahn Vollgas. Du bezahlst die Übersäuerung auf den Bahnen 3 und 4 – und auf dem Run danach. Kontrolliertes Tempo ab Bahn 1.

Zu viele Mini-Pausen. Jede Pause bricht das Momentum. Lieber weniger Pausen, dafür lang genug für Herzschlag-Recovery.

Falsche Schuhe. Deine Laufschuhe müssen am Sled Push Grip haben. Teste sie vorher. Je mehr Gummi auf dem Boden, desto besser.

Nicht im Training geübt. Die größte Überraschung für Erstläufer: Der HYROX-Turf fühlt sich komplett anders an als der Gym-Boden. Wenn du kannst, dann trainiere mindestens einmal auf dem echten Equipment, zum Beispiel bei einem HYROX Training Club.

Training für den Sled Push

Dein Sled-Push-Training sollte zwei Komponenten haben: isoliertes Stationstraining und kombiniertes Training unter Vorermüdung.

Isoliert

Schiebe den Schlitten 4 × 50 m bei Wettkampfgewicht (+20–25 % Aufschlag für den Gym-Boden). Fokus auf Technik: tiefe Position, kurze Schritte, gleichmäßiges Tempo. Pause zwischen den Sätzen: 2–3 Minuten.

Variiere die Intensität: Ein Tag pro Woche schwer (etwas mehr Gewicht als Wettkampf), ein Tag pro Woche leichter mit Fokus auf Geschwindigkeit und Technik (Wettkampfgewicht, kürzere Pausen).

Unter Vorermüdung

Das ist der wichtigere Teil. Schiebe den Schlitten nach einem 1-km-Lauf. Dein Sled Push im ausgeruhten Zustand sagt wenig darüber aus, wie er sich nach 2 km Laufen und 1 km SkiErg anfühlen wird. Trainiere den Übergang bewusst und schließe direkt nach dem Sled Push einen weiteren 1-km-Lauf an.

Ergänzende Kraftübungen

Wenn du keinen Schlitten hast, sind diese Übungen die besten Alternativen:

Ausfallschritte (mit Gewicht): Simulieren die einbeinige Belastung beim Schieben. Walking Lunges mit Kettlebells oder Sandbag auf den Schultern sind besonders HYROX-spezifisch. Wenn du das Gewicht in der Front Rack Position hältst, trainierst du deinen Core noch etwas mehr, was ebenfalls relevant für den Sled Push ist.

Kniebeugen: Tiefe Kniebeugen mit moderatem Gewicht (3 × 10–12) bauen die Kraft auf, die du brauchst. Fokus auf den konzentrischen (aufstehenden) Teil – genau dieser Teil ist beim Schieben relevant.

Beinpresse: Gut für isolierten Kraftaufbau, wenn du das Knie schonen willst. Höhere Wiederholungszahlen (3 × 15–20) für Kraftausdauer.

Wandsitzen (Wall Sit): Isometrische Quadrizeps-Kraft – genau die Belastung, die beim Schieben auftritt. 3 × 45–60 Sekunden.

Bergsprints: Trainieren explosive Beinkraft unter ähnlichem Körperwinkel wie beim Sled Push. 6–8 × 30-Sekunden-Sprints bergauf, Trabpause bergab.

Zusammenfassung

Der Sled Push ist eine Station, bei der Technik wichtiger ist als rohe Kraft. Die zentralen Punkte:

Geh so tief wie möglich – dein Schwerpunkt bestimmt, wie effizient du den Schlitten bewegst. Die meisten Elite-Athleten schieben mit Unterarmen an den Stangen und Kopf über der Schlittenmitte oder zwischen den Stangen neben der Gewichtsaufnahme.

Kurze, schnelle Schritte halten den Schlitten in Bewegung und reduzieren den Laktatanstieg in den Beinen.

Weniger, dafür bewusste Pausen sind besser als viele Mikro-Pausen. Ab Bahn 3 ist eine Pause pro Bahn für die meisten Athleten sinnvoll – lang genug, um den Herzschlag zu senken.

Der Turf macht einen Unterschied. Trainiere nach Möglichkeit auf dem echten HYROX-Equipment und trainiere mit mehr Gewicht als im Wettkampf, um die höhere Reibung zu simulieren.

Denke an den Run danach. Deine Sled-Push-Strategie ist nur dann gut, wenn du danach noch laufen kannst. Eine kontrollierte Sled-Push-Zeit mit starkem Run danach schlägt eine aggressive Sled-Push-Zeit mit anschließendem Einbruch – jedes Mal.


Häufig gestellte Fragen

Wie viel schwerer fühlt sich der Sled Push am Race Day an? Deutlich schwerer als im Gym. Die meisten Athleten berichten, dass der HYROX-Turf den Schlitten 30–50 % schwerer anfühlen lässt als normaler Gym-Boden. Trainiere mit Aufschlag oder auf dem echten Equipment.

Soll ich auf den Bahnen durchschieben oder Pausen machen? Auf den ersten ein bis zwei Bahnen versuchen durchzuschieben, wenn du die Kraft hast. Ab Bahn 3 ist eine bewusste Pause pro Bahn für die meisten Athleten sinnvoller – die Erholung für Muskulatur und Herz-Kreislauf überwiegt den Zeitverlust durch das Neuanschieben.

Welche Schuhe sind am besten für den Sled Push? Laufschuhe mit guter Bodenhaftung. Manche Athleten tragen Trail-Laufschuhe wegen des besseren Grips. Teste deine Schuhe vorher auf dem Sled – wenn deine Füße rutschen, verlierst du massiv Kraft. Da du den Sled Push aber ja mit Laufschuhen bestreitest, die du auch auf den 8 km trägst, ist ein Trail-Laufschuh nur bedingt empfehlenswert. Wichtiger ist, dass deine Laufschuhe auf dem Turf nicht wegrutschen.

Warum empfehlen alle die tiefe Position? Physik. Je tiefer dein Schwerpunkt, desto mehr deiner Kraft wird horizontal übertragen (= der Schlitten bewegt sich) statt vertikal (= der Schlitten wird nur in den Boden gedrückt). Zusätzlich drückt dein Körpergewicht in der tiefen Position auf den Schlitten und hilft beim Schieben.

Wie trainiere ich den Sled Push ohne Schlitten? Kniebeugen, Ausfallschritte mit Gewicht und Bergsprints sind die besten Alternativen. Aber: Versuche mindestens einmal vor dem Race Day auf einem echten Schlitten zu trainieren – bei einem HYROX Training Club oder im Warm-up-Bereich am Wettkampftag.

Wird der Sled Push mit dem neuen Turf leichter oder schwerer? Der neue Centr x HYROX Perform Turf wurde entwickelt, um konsistenter zu sein – nicht unbedingt leichter oder schwerer. In der Praxis hängt das Gefühl stark vom Zustand der Schlitten ab. Neue Schlitten auf neuem Turf können sich relativ leicht anfühlen. Abgenutzte Schlitten am Ende eines Wettkampf-Wochenendes können extrem schwer sein. Bereite dich auf beide Szenarien vor.


Quellen:

  • Rox Lyfe: „Is the HYROX Sled Push Getting Harder?" (roxlyfe.com)
  • Rox Lyfe: „HYROX Upgrades to HYROX x Centr Perform Turf" (roxlyfe.com)
  • BarBend: „Sled Turf Issues Cause Controversy at 2025 HYROX World Championships" (barbend.com)
  • HyroxDataLab: Target Split Times by Finish Goal (hyroxdatalab.com)
  • HYROX Sports Science Advisory Council Report 2025 (hyrox.com)

Über den Autor: Marcel ist HYROX-Athlet mit einer PB von 1:17:20, Steigerung von 15 Minuten innerhalb eines Jahres, und Gründer von HARIE – der KI-gestützten Coaching-App für HYROX.

Marcel

Autor

Marcel

HYROX-Athlet und Gründer von HARIE

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